Blues Piano - Bernd Frank

Bernd Frank, Professor für schulpraktisches Klavierspiel und Jazz hat mit seinem Buch „Blues Piano“ eine systematische Schule über die Techniken und Stilistiken des Blues-Spielens geschrieben.

Unterteilt in fünf große Kapitel werden alle wichtigen Themen des Blues erläutert und mit Eigenkompositionen, die auch an berühmte Stücke angelehnt sind, eingeübt. In Kapitel 1 und 2 lernt der Pianist alles Grundlegende zum Blues: die Spezifika des Blues mit dem Bluesschema, der Tonbildung und dem ternären Feeling. Kapitel 2 stellt die Basis Begleittechniken zusammen: Dominant-Sept-Akkorde, die kleine Septime im Blues-Septakkord, die „modale“ Begleitung und das Comping. Hierbei handelt es sich um die Verwendung eines Tritonus-Intervalls bestehend aus der Terz und der Septime des Blues-Septakkordes.

In Kapitel 3 bis 5 werden verschiedene musikalisch-technische Aspekte erläutert. In Kapitel 3 werden die Begleittechniken aus dem vorherigen Kapitel um Slide-Hipping, Quarten-Akkorde, komplementäre Begleitharmonik und 3-stimmige Left-Hand-Voicings erweitert. Die Binären Grooves werden am Gospel/Rock und Funk erklärt. Kapitel 4 widmet sich dem Solo-Piano. Hier stellt der Autor Begleit-Pattern für den Boogie Woogie vor und Harmonisierungstechniken um Melodien mit einer Begleitung zu versehen. Im letzten Kapitel über melodische Improvisationstechniken geht es um motivische Entwicklungstechniken wie „Riffs/Call & Response“ und die Gliederungsprinzipien. Die Fülle an praktischen Tipps zu jedem Notenbeispiel ermöglicht das Erlernen von unterschiedlichsten Elementen des Blues an wenigen ausgewählten Stücken.

Das Buch richtet sich vor allem an klassisch ausgebildete Klavierspieler, die sich in das Blues-Spiel einarbeiten möchten. Es eignet sich für Anfänger wie für fortgeschrittene Rock-, Pop- und Jazz-Pianisten/Keyboarder, die als Solisten oder in einer Band musizieren. Am Ende des Buches hat der Klavierspieler nicht nur seine Kreativität, Spontanität und Emotionalität erweitert, sondern kennt neben den einfachen und erweiterten Bluesschemen auch ein Dutzend Turnarounds, versteht die diversen Fachbegriffe des Blues wie Blockchord-Technik, Laid Back oder Locked Hand Style und auch die geschichtliche Entwicklung des Jazz, der dem Blues die größte Erweiterung ermöglicht hatte.

Doch ob der Musiker bis zum Ende dabei bleibt, hängt von ihm selbst ab, denn wie der Autor selbst schreibt: „Ob der Blues dich erobern kann, hängt von Dir ab. Beachte jedoch die Warnung berühmter Bluesmusiker: Wenn er Dich einmal erobert hat, lässt er Dich nicht mehr los“.

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