Masters Of Jazz Guitar - Joachim Vogel

In der AMA Reihe „Masters of …“ hat Joachim Vogel – Absolvent des Guitar Institute of Technology (GIT) Kalifornien und Profi-Gitarrist (Studioarbeit und Liveprojekte mit verschiedenen bekannten Künstlern, z. B. Marianne Rosenberg) – zwei Bücher geschrieben. „Masters of Jazz Guitar“ und „Masters of Rhythm Guitar“.

Wie in der gesamten Reihe stellt der Autor die für ihn 20 wichtigsten Gitarristen vor, die durch ihre Innovationen und Originalität einflussreich und stilprägend für den betreffenden Musikstil gewesen sind. Damit bekommt der Leser Backgroundinformationen zu den Biographien, den persönlichen Einflüssen und eine Diskografieauswahl. Mit authentischen Klangbeispielen werden die charakteristischen Merkmale wie Sound, Spieltechnik, Harmonik und Tonmaterial eingeübt. Ziel ist es dabei, das Repertoire des Gitarristen an authentischen Grooves und Rhythmuspattern zu vergrößern.

Folgende Gitarristen werden besprochen:

Die Pioniere der Jazzgitarre: Eddie Lang, der in den 1920er Jahren als erster Pop- und Studiogitarrist arbeitete und europäische Musiktraditionen mit afroamerikanischen Einflüssen vermischte. Django Reinhardt, der in die Fußstapfen von Eddie Lang trat, stellte Mitte der 30er Jahren mit seinen virtuosen Improvisationen alles bisher Dagewesene in den Schatten, ebnete aber auch den Weg im spieltechnischen, harmonischen und melodischen Jazzverständnis für sämtliche nachfolgenden Gitarristen. Der Revolutionär Charlie Christian, der als erster Jazzgitarrist die Möglichkeiten des Tonabnehmers erkannte und elektrische Gitarre spielte.

Die moderne Jazz-Periode begann in den 40er Jahren, in der die Gitarristen von der akustischen zur elektronischen Gitarre wechselten. Barney Kessel verstand es, nach Christians Tod dessen revolutionäre Ideen zu verarbeiten und einen eigenen Stil zu entwickeln. Jim Hall als „Poet of Jazz“ spielte geschmackvolle, melodiöse und singbare Improvisationen, Kenny Burrell vereinte Mitte der 50er Jahre die Elemente des Bebop mit dem Jazz. Wes Montgomery und Joe Pass schließen das Kapitel der modernen Jazz-Periode ab und sind durch ihr eigenes virtuoses Akkordmelodiespiel berühmt geworden.

In der ‚Fusion‘-Periode ab der zweiten Hälfte der 60er Jahre werden bekannte Gitarristen vorgestellt: der „Außensaiter“ Pat Martino, der „Vielsaitige“ George Benson, John Mc Laughlin, der in allen gängigen Musikrichtungen (Blues, Jazz, Rock, Fusion, Free Jazz und der indischen Musik) zu Hause war. John Abercrombie wandelte sich in den 70er Jahren vom Rocker zum zeitgenössischen Jazzer. Das Ende der Periode läuteten Larry Carlton und Lee Ritenour ein, die sich beide auf ihre Karrieren als Solokünstler konzentrierten.

Im Abschlusskapitel stellt der Autor sechs ‚moderne‘ Fusion-Gitarristen vor, die von besonderen Musikrichtungen geprägt sind: der brasilianisch beeinflusste Pat Metheney und der avantgardistische Heavy-Metal-Jazz-Rocker Allen Holdsworth. Mit vier Funk-Jazzern der 80er und 90er endet das Buch, die mit ihrer Spielpraxis die nächsten Gitarrengenerationen beeinflusst haben: John Scofield, Mike Stern, Scott Henderson und Frank Gambale.


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