Jazz-Alphabet - Ro Gebhardt

Einführung in die Geheimnisse der Jazz-Improvisation

Ro Gebhardt, der bislang als Jazz-Musiker und Dozent an unzähligen Hochschulen tätig war, hat mit dem „Jazz Alphabet“ eine Improvisationsschule für alle Instrumente geschrieben. Dabei hat er die Spielweisen der großen Instrumentalisten des Jazz analysiert und daraus eine Methode entwickelt, die einfach anzuwenden ist. Nach einem Einleitungsabschnitt über vier Kapitel, in dem der Spieler in die allgemeine Musiktheorie und Harmonielehre eingeführt wird, steigt der Spieler von Kapitel 5 bis 8 in die Grundlagen des Jazz und der Jazzimprovisation ein: Arpeggios, die Bebop Major Scale, die Bebop Dominant Scale mit Oktavbrechungen, Endlosketten und freien Kombinationen. Die Lektion 7 beschäftigt sich mit der II-V-I-Kadenz und wie man ganztaktige Kadenzen in ihr gestalten kann oder wie die verzögerte Auflösung funktioniert. Und Lektion 8 befasst sich mit der diatonischen und chromatischen Annäherung in verschiedenen Ausführungen (verschachtelte Annäherung, rhythmische Variation und Verschiebungen).

Ab Lektion 9 wird der Spieler in die tieferen Geheimnisse der Jazz-Improvisation eingeführt, die auch in Stilen wie Jazzrock, Fusion, Funk, Blues oder HipHop zur Anwendung kommen. So werden die einzelnen Techniken des Jazz-Standards ausführlich eingeübt und an unzähligen Übungen, die auch auf einer CD eingespielt sind, verdeutlicht: Verzierungen, Optionstöne, Reiztöne, die Bebop Altered Scale und die Bebop-Klischee-Kadenzen.

Das Kapitel „Solo-Transkriptionen“ beendet dieses umfassende Jazz-Alphabet mit vier Solo-Analysen von stilbildenden Jazz-Musikern. So hat der Autor unter anderem folgende Stücke ausgewählt: In Charlie Parkers „Donna Lee“ wird das stilbildende Rhythmic Displacement verwendet, bei dem das Thema um zwei Viertel nach hinten verschoben wird. Wes Montgomerys „D-Natural Blues“ wird von ihm in double time gespielt: während die Band ihr ursprüngliches Tempo beibehält, der Gitarrist aber im doppelten Tempo spielt, bleibt viel Platz zum Improvisieren. George Benson führt das Spiel von Wes Montgomery weiter, die Sololinien im gewählten „Stella by Night“ sind virtuoser, moderner und etwas bluesiger.

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